Quo vadis, Print? Quo vadis, (Lokal-)Journalismus?

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Drei Zeitungen haben in den letzten Wochen und Monaten selbst für Schlagzeilen gesorgt: Die Financial Times Deutschland gibt es nicht mehr, die Westfälische Rundschau hat keine eigene Redaktion mehr (!) und um die Zukunft der Frankfurter Rundschau sieht es ganz aktuell auch wenig rosig aus.

Am 27. Februar 2013 lädt das Aktuelle Forum des Domkreises Kirche und Wissenschaft zu einer Podiumsdiskussion im Haus am Dom ein. Beginn ist um 19 Uhr und das Thema des Abends lautet „Am Ende: Ohne Journalisten?“ Teilnehmen werden:

  • Arnd Festerling (Chefredaktuer Frankfurter Rundschau),
  • Michael Konken (Bundesvorsitzender Deutscher Journalisten Verband),
  • Dr. Eckhard Berger SJ (Jesuit, Journalist und Medientrainer),
  • Prof. Dr. Joachim Valentin (Religions- und Medienexperte, Haus am Dom).

Diskutiert werden Themen wie Zeitungssterben und Onlinemedien, Nutzerverhalten und Social Media. Bis auf dem Chefredaktuer der FR gewähren alle Teilnehmer vorab einen Blick auf ihre Thesen. 

Eine ähnliche Veranstaltung fand in Frankfurt bereits im Januar statt, als beim Medienmittwoch im Plenarsaal der IHK zum Thema „Zeitungmachen in digitalen Zeiten: Das Geld liegt vor der Haustür, oder: Die Zukunft ist lokal(?)“ eingeladen wurde. Die Podiumsdiskussion führten hier:

Ob die Zukunft lokal ist und ob, und auch wie, mit Lokaljournalismus Geld verdient werden kann wurde an diesem Abend nicht geklärt, denn mehr als ein netter, aber durchaus interessanter Talk war es letztlich nicht. Hängengeblieben sind vier Dinge:

  • Die FNP plant zum März 2013 einen Relaunch und beschäftigt auch einige Menschen, die nicht nach Tarif bezahlt werden, was aber lt. B. Tomic auch schon in all der langen Zeit die er in dieser Branche tätig ist „schon immer so“ war.
  • Für Dr. R. Gerschermann liest „der Türke im Gallus“ und generell „Leute mit Migrationshntergrund keine deutsche Tageszeitung.“ Da ich unglaublich viele Beispiele kenne, und das nicht erst seit gestern, bei denen genau das Gegenteil der Fall ist, frag ich mich allen Ernstes, auf welcher Grundlage eine solche Aussage basiert. So traurig…  
  • Moderner hingegen präsentierte sich L. Ederle, der kein Geheimns daraus machte, dass für die Heilbronner Stimme alle Komponenten eines Artikels, also Text, Fotos und Video, von ein und der selben Person erstellt werden, hier auch unter Einsatz von iPhones, welches für Online-Inhalte eine ausreichende Qualität liefern.  Im Publikum und bei den Herren der Frankfurter Presse sorgte das für irgendetwas zwischen Schmunzeln und Kopfschütteln. Vieles also getreu dem Motto „Alles aus einer Hand“, quasi wie bei halbwegs gescheiten Blogger/innen üblich. Nur, dass die sich zusätzlich noch um Technik und ggf. Vermarktung kümmern. 
  • Apropos „Blogs“, ein Wort, welches an diesem Abend keine Rolle spielte und nicht ein einziges mal erwähnt wurde. Auch interessant irgendwie.
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2 Antworten zu Quo vadis, Print? Quo vadis, (Lokal-)Journalismus?

  1. Christian schreibt:

    […]Apropos “Blogs”, ein Wort, welches an diesem Abend keine Rolle spielte und nicht ein einziges mal erwähnt wurde. Auch interessant irgendwie.[…]
    Man, man, man …
    Dabei ist genau das interessante Thema. Wie bin ich denn bei dir, auf okayfrankfurt, auf Fein am Main oder bei maingold, oder bei beve gelandet? Mir reicht die digitale Lokalberichterstattung bei FR, fnp und RMZ nicht. Also klaube ich mir das Ganze zu meinem eigenen Lokalbrei zusammen.
    Sowas redaktionell zusammengeführt … würde ich 10 Euro pro Monat locker für ausgeben. Dazu noch die Sonntagszeitung einer der in deinem Beitrag genannten im normalen Webangebot für mich integriert und ich bin glücklich.
    Ich bin bereit 40 Euro im Monat für redaktionell zusammengestelltes zu bezahlen, so lange die Qualität des frei verfügbaren so bleibt wie es ist, also ich mich auf die Webseiten von SPON, FR, FAZ, SZ informieren kann und mir ein breites Bild an politischem Spektrum geben kann.
    Ich fürchte nur, wenn die Fachvertreter weiter so verfahren, hab ich bald nur noch BILD und eine mühsamere Suche als heute.
    Aber das Problem soll bitte für meinen monetären Beitrag jemand vom Fach lösen … bitte bald, sonst muss ich mich noch mehr um die ungewollte informationshaltige und meinungsvielfältige Entschleunigung sorgen …

  2. Pingback: Die Zukunft ist lokal(zeitung) | Hackentricks Universum

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