Easy come, easy go

    

AS, Ro(t)z und ACAB ragt es seit wenigen Wochen von recht vielen Gebäuden in Bornheim und im Nordend. Zugegebenermaßen: Mein Gusto trifft es nicht ganz, aber allein schon die Tatsache, daß eines der Exemplare – das einzig bunte – so schnell entfernt wurde, war mir hier eine kleine Dokumentation wert. So plötzlich wie das alles binnen kurzer Zeit da war, so plötzlich kann’s auch wieder in die andere Richtung gehen. Zwischen den folgenden drei Fotos liegen noch nicht mal 14 Tage. Das alles befindet sich übrigens nur ganz wenige Meter von dem neulich erwähnten Gebäude hier.

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Wegen Blockupy sind die Banken und Sparkassen in Frankfurt (nicht mehr ganz) dicht

Die Kreditinstitute in Frankfurt haben es die Tage nicht leicht, da sich mit den Blockupy Frankfurt-Aktionstagen ein Klientel in der Stadt einfindet, was dem Treiben der Finanzjongleuere eher skeptisch gegenübersteht. Dazu noch die Hinweise der Polizei Frankfurt und schwupps, wird nach dem Christi Himmelfahrt-Feiertag am Donnerstag aus dem Freitag ein beweglicher Ferientag gemacht, den man dann den bösen Blockupy-Teilnehmern zu Lasten legt.

Wie absurd und lächerlich das Ganze ist, lässt sich im Falle der Berger Straße, Höhe Bornheim Mitte, entdecken. Dort trifft man binnen weniger Meter auf zwei Banken und eine Sparkasse- beide weisen per Aushang darauf hin, daß man den Kunden an diesem Wochenende nur eingeschränkt bis gar nicht zur Verfügung steht. Nun könnte man vielleicht für einen solchen Aktionismus im Bankenviertel ein wenig Verständnis abringen können, aber wenn man bedenkt, daß es satte fünf Kilometer (!) bis zum Willy Brandt-Platz und der Taunusanlage, dem Standort vieler Bankentürme, sind, dann kann man da einfach nur den Kopf schütteln und sich dem Gespött der Leute aussetzen- so wie ich es nun bereits an zwei Abenden vor Ort mitbekommen habe.

 

 

 

Es ist schon etwas erstaunlich, daß es trotz Demo-Verboten und massivster Polizeipräsenz in der Stadt doch einige Filialen vorgezogen haben sich abzuschotten und ihren Kunden in dieser Zeit keinerlei Zugang zu gewähren. Eine kleine Randnotiz noch: Die Deutsche Bank, die ihren Titel als personifiziertes Böse mittlerweile an die EZB abtreten musste, hat sich an den Mimimimi-Aktionismus nicht beteiligt und war sowohl an der Konstablerwache wie auch auf der Berger Straße geöffnet.

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Blockupy Frankfurt mit Brett-à-porter rund um die Goethestraße

In der nicht einmal 300m langen Goethestraße in Frankfurt ist die Luxusklasse daheim- Jil Sander, Tiffany´s, Hermes, Burberry, Bulgari, Armani, Louis Vuitton und viele weitere Firmen, die hochpreisige Textil- und Schmuckgüter anbieten, versammeln sich zwischen Rathenauplatz und der Alten Oper.

Aktuell teilt man dort nicht nur die vermeintlich exklusiveren Produkte dieser Welt, sondern auch die Befürchtung, daß die eigenen Räumlichkeiten im Rahmen der Blockupy-Aktionstage in den Fokus derer Aufmerksamkeit rücken könnten, welches hier ganz offenbar mit Vandalismus wie z.B. kaputten Scheiben verbunden wird.

Das Resultat ist, daß viele Geschäfte geschlossen haben und/oder dazu noch haufenweise Bretter vor die Schaufenster drangekloppt wurden, was dann in Summe ein äußert skurriles Gesamtbild abgibt. Aber das tut die massive Polizeipräsenz, gefühlt drei Polizisten auf einen Demonstranten, ebenfalls.

   

   

Weitere Stimmen und Bilder aus der Region zu Blockupy gibt es bei den u.a. Blogs:

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Occupy-Camp in Frankfurt wurde geräumt

   

Die Beobachter schienen mir am heutigen Vormittag am Sitz der EZB in Frankfurt in der Überzahl zu sein- weder Occupy- und/oder Blockupy-Aktivisten, noch die Polizei dürfte so zahlreich vor Ort vertreten gewesen sein wie Menschen, die sich persönlich von der verordneten Räumung des Occupy-Camps ein Bild machen wollten. Ob vom Schauspiel Frankfurt, der Commerzbank-Geschäftsstelle, anderen Gebäuden in unmittelbarer Nähe oder direkt davor- die Blicke waren auf das Geschehen am Occupy-Camp gerichtet.

So weit ich das mitbekommen habe ist keine einzige Person der Aufforderung durch die Polizei nachgekommen, das Camp vorzeitig zu verlassen, so daß diese nach mehreren Durchsagen letztlich zur Tat schritt und mal mit weniger und mal mit mehr Widerstand, aber ‘so weit’ alles im Rahmen, die Leute aus dem Camp hinausführte.

  

Da sich im Camp einige Leute mit flüssiger Farbe in Planschbecken gewälzt hatten, wurde es auch der Polizei zwischenzeitlich etwas zu bunt, so daß man sich dazu entschied,  einige Polizisten in andere Outfits zu steckten, um nicht noch mehr Uniformen zu beschmutzen- was für einige Lacher sorgte, weil es dann doch schon irgendwie seltsam aussah. Als sie, begleitet von Durchsagen, daß es sich bei den weiß verkleideten Personen um Polizisten handelt, ins Camp einliefen, stimmten einige aus Reihen der Beobachter den “Imperial March” dazu an.

 

Und so wird es dann wohl in den kommenden Tagen an einigen Stellen in und um das so genannte Bankenviertel aussehen: Gesperrte Zugänge an U- und S-Bahnstationen wie auch abgesperrte Straßen.

 

Den besten Blick auf das ganze Geschehen hatte übrigens der Mann, der sein Zelt in der €-Skulptur von Ottmar Hörl aufgeschlagen hatte und als letzte Person das Occupy-Camp verlassen musste. Ich dachte ja zwischenzeitlich, daß die den übersehen oder vergessen…

Am Ende lässt sich festhalten: Es ist in der Konfrontation zwischen der Polizei und den Occupy-Campern nichts weiter passiert, außer daß natürlich weiterhin die Entscheidung die Überhaupt zu dieser Situation führte, weiterhin mehr als fragwürdig ist, da man sich an Ort und Stelle nun seit über einem halben Jahr nie was zu Schulden hat kommen lassen. Die Bannmeile zum Schutze der EZB hätte ohne weiteres auch einfach ein paar Meter weiter nach hinten verlagert werden können.

Dafür, daß recht viel Polizei anwesend war, war die Atmosphäre dennoch nicht irgendwie heikel oder vergiftet, auch wenn vereinzelt der eine oder andere Polizist sich ein paar Sprüche anhören musste und mit Farbe bespritzt wurde. Mehr war da nicht. Müssen die Unheil-Heraufbeschwörer sich noch etwas gedulden, um auf die in Frankfurt erwartete Krawallmacher-Minderheit schimpfen zu können. Dafür echauffiert man sich zwischenzeitlich über die nun für einige Tage anhaltenden Einschränkungen, wie z.B. eine Bahnstation später als eigentlich nötig aussteigen zu dürfen oder einen Block weiter zu laufen, weil´s anderswo abgesperrt ist usw. obwohl bekanntermaßen, okay, offenbar nicht für alle, die bisherigen Einschränkungen ja durch die Stadt erfolgten und nicht durch die Occupy- oder Blockupy-Anhänger. Solche Menschen braucht´s ja hier… Nicht!

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Blockupy Frankfurt

“Ich halte die Straße keineswegs für ein ganz besonders geeignetes Mittel, seine Meinung bekannt zu machen. Wenn einem aber nichts anderes übrig bleibt, dann bin ich allerdings der Ansicht, dass es außerordentlich demokratisch ist, wenn es Leute gibt, die die einzige Öffentlichkeit, nämlich die der Straße, benutzen und davon öffentlich Gebrauch machen.“ (Ulrike Meinhof, 1967)

Frankfurt. Schon wieder. Was ist da eigentlich los? Haben die nicht erst was mit Tanzen verboten, so wie letztes Jahr schon? Und jetzt haben die auch die Blockupy-Tage verboten? Und das bisher doch so friedliche Occupycamp soll für diese Zeit den angestammten Platz vor der EZB räumen? Und Aufenthaltsverbote für bestimmte Personen in der Frankfurter Innenstadt wurden ebenfalls ausgesprochen? Gar nicht mal so wenige Verbote für eine nach eigenen Angaben sonst so tolerante Metropole und einstige Wiege der deutschen Demokratie.

Doch der Reihe nach: Was genau ist und will das Blockupy-Bündnis und warum findet das eigentlich schon wieder alles in Frankfurt statt? Diese Fragen stellen sich derzeit wieder, weil aktuell das Anliegen zu den Blockupy-Aktionstagen meines Erachten doch sehr stark in den Hintergrund geraten ist, da es längst nur noch um das von der Stadt Frankfurt verhängte Verbot geht, welches gestern, nach Widerspruch von den Linken beim Verwaltungsgericht Frankfurt, in weiten Teilen bestätigt wurde. Deswegen an dieser Stelle zunächst ein erklärendes Mobivideo zu den Blockupytagen in Frankfurt.

via turnleftfrankfurt
17.05. Besetzung der Plätze – 18.05. Blockade der EZB und des Bankenviertels – 19.05. Internationale Demonstration

Am Anfang war Blockupy einfach nur ein über mehrer Tage angelegter Protest, der über Plakate tragen und Fähnchen schwenken hinaus gehen sollte, doch was mittlerweile daraus gemacht wurde, angefangen bei der pauschalen Kriminalisierung der Blockupy-Proteste und dem Schüren eines Klimas der Angst, ist schon ziemlich delikat und könnte mit dem katastrophalen Management seitens der Stadt Frankfurt auch dazu führen, daß all das dann auch tatsächlich eintritt, was befürchtet und deswegen verboten wurde. Das erinnert mich ein wenig an eine Passage aus Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“, wo er beschreibt, daß alles was man tut, um etwas zu vermeiden genau dazu führt, daß genau das eintritt. Oder für die bevorstehenden Tage in Frankfurt formuliert: Meine Damen, meine Herren, sollte es noch jemand nötig gehabt haben, für diese Veranstaltung eingeheizt zu werden, der dürfte nun schon heiß laufen…

Ich weiß nicht, ob man bei der Stadt Frankfurt mehr weiß, als man den Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt mitteilen möchte, aber all diese Aktionen schießen mir persönlich doch viel zu sehr über das Ziel hinaus: Gewerbtreibenden auf Zeil ist bereits letzte Woche ein Schreiben von der Polizei Frankfurt zugegangen, welches auf gewaltbereite Personen innerhalb eines bunten Teilnehmerspektrums aufmerksam macht und zudem darauf hinweist, auf öffentlichem Grund keine beweglichen Gegenstände zurückzulassen,die VGF hat gestern in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, daß die Ticketscenter an der Konstabler- und Hauptwache am Freitag und Samstag geschlossen bleiben und auch sonst mit Einschränkungen einiger Linien zu rechnen ist, wie z.B. daß die Stationen Willy Brandt-Platz und Taunusanlage an diesen Tagen gesperrt sind und dort keine S- oder U-Bahnen halten werden, die Müllabfuhr fährt am Samstag ebenfalls nicht raus, das Freßgassfest wird verschoben und das Servicecenter der Stadt Frankfurt bleibt ebnfalls geschlossen- hier aber wegen technischer und organisatorischer Gründe am Freitag. Ist klar.

Sicher, lieber zuviel gewarnt, als auch nur einen zuviel als verletzt zu beklagen, aber wenn denn der Fall der Fälle eintritt, daß neben Sachen auch Personen zu Schaden kommen, sind diese i.d.R. eher im Bereich von Polizistinnen und Polizisten zu suchen und sicher nicht bei den Normalsterblichen.

Nun, gestern Abend kam die Meldung, daß lediglich der Rave gegen die Troika am Mittwochabend und die internationale Großdemo am Samstag stattfinden dürfen- letztere aber auch nur, wenn es am Donnerstag und Freitag zu keinerlei Aktionismus seitens der Blockupy-Aktivitisten kommt. Hat irgendwie was von „Nur wenn Du lieb bist und Dein Tellerchen komplett aufisst, darfst Du später auch eine Stunde länger fernsehen“. Ergebnis: Trotzreaktionen. “Jetzt erst recht!“, “Protest lässt sich nicht verbieten!“ und „So nicht!“ Als würden alle nach Frankfurt kommen und nichts anderes im Sinn haben, als Macht kaputt was  Euch kaputt macht-mäßig die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Ein Wunder, daß die Stadt Frankfurt bezüglich der Dauer-”Eskalationen” der Eintracht Frankfurt-Fans nicht seinen Bürgerinnen und Bürger verboten hat, die Spiele besuchen zu gehen. Krawallmacher wird es immer und überall geben und Verbote, so lässt sich nicht erst seit gestern feststellen, bewirken oftmals nicht wirklich was. Zumindest nicht in die gewünschte Richtung. Und das Occupycamp hat schon mal verlauten lassen, daß es nicht wie gefordert bis Mittwoch-Morgens (freiwillig) das Camp räumen wird. Und irgendwie habe ich ja das Gefühl, daß es nicht der einzige Widerstand sein wird.

 

Alles, was nun möglicherweise in Sachen Eskalation passiert, hat Ordnungsdezernent Frank zu verantworten. So viel Einsatz und Entschlossenheit seitens der Politik wünschte man sich gerne gegen all die Krisenverursacher und nicht gegen die Menschen die sich zusammenschließen, um dagegen zu demonstrieren. Verrückte Welt.

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PENG aus dem Osten der Stadt

Gesammelte Werke von Peng rund um den Frankfurter Osthafen.

 

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Rödelheim Zahnstein Projekt

Wenn man um die Bedeutung der Texte von Moses Pelham für mich weiß, dann kommt diese Werbung, die ich heute als Sticker mehrfach entlang der Hanauer Landstraße gesehen habe, eigentlich fast schon einer Blasphemie nach. Eigentlich. Denn ich habe mich dabei erwischt, daß ich schmunzeln musste. Mehrmals sogar.

Das Rödelheim Hartreim Projekt-Album „Direkt aus Rödelheim“ Cover-mäßig mal eben so abzuziehen und in einen dentalen Kontext zu packen, auf diese Idee muss man erstmal kommen- und dazu noch der Slogan: Rödelheim Zahnstein Projekt. Und Maulartisten sind sie ja im Prinzip ebenfalls beide, die Rapper und die Zahnärzte. Hihi. Also ich find´s lustig. So irgendwie.

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