Anfang September 2011 hieß es in einer Statusmeldung bei CanPire auf Facebook, daß illegales Graffiti in der Straße, in der sich auch der Laden befindet, negativ auf den Shop zurückfällt. Im gleichen Atemzug wurde auch der Famedrang einiger, die offenbar nicht “weiter als 3cm denken können”, kritisiert. Oder wie es ein Kommentar dort kurz und trefflich formulierte: “Do not shit, where you eat.” Ziemlich einleuchtend. Graffiti in der Nähe eines Ladens, der das dazugehörige Equipment verkauft ist wie vor einer Bar, die man gerne aufsucht, noch nach 23 Uhr draußen RemmiDemmi zu machen, daß es mind. zu Ärger mit den Anwohner führt und in Sachen künftiger Nachbarschaft zu Spannungen, geschweige denn zu Meldungen bezüglich Ruhestörungen kommt und ebenso irgendwann einen weiteren Betrieb gefährden könnte.
Da mein Weg ziemlich zeitnah zu jenem Post in ein nahgelegenes Etablissement führte, schaute ich kurz um mich und endeckte (m)ein (erstes) Lebenszeichen von Cams + Cume in unmittelbarer Nähe vom CanPire. Zumindest war mir es zuvor nie aufgefallen- und ganz blind bin ich solchen Sachen i.d.R. eigentlich nicht. Warum ich diese Geschichte hier aufgreife ist, daß ich nach diversen „Paketkarten”-Sticker und einen ehem. Bausstellenzaun auf der Zeil kürzlich hier via Twitter ein weiteres Lebenszeichen von Cams + Cume entdeckte, der sich sowohl dort im Nachlauf (viele Retweets und sonstiges positives Feedback, etc.), als auch in den Kommentaren beim Bericht der FNP, großer Beliebtheit erfreute.
Ich war echt baff als ich das sah, denn die Rolltreppe mit zwei Donuts zu besprühen und diese am Rolltreppenende direkt in den offenen Mund von Homer Simpson laufen zu lassen, ist schon extrem klasse und auch ich habe mich seinerzeit köstlich darüber amüsiert. Also über das Original, welches als Werbung für den Simpsons-Movie daherkam und nicht über die 1:1-Kopie von Cume + Cams, die man neuerdings in Frankfurt-Sachsenhausen, beim Lokalbahnhof, entdecken kann- sofern denn dort mal die Rolltreppe funktioniert.
Also, daß bekannte Figuren den Weg in die Straßenkunst finden ist ja in Ordnung, eine 1:1-Kopie eines bereits bestehenden Werkes, in diesem Fall sogar von einer Werbung stammend, in die Öffentlichkeit zu bringen finde ich zumindest irgendwie nicht so famos. Warum z.B. nicht ein Space Invader-Raumschiff das schießt und dessen Geschosse auf jeder 2. Rolltreppe angebracht (Rolltreppe aufwärts fahrend) oder reihenweise Pillen in den Mund von Pac Man laufen lassen (Rolltreppe abwärts laufend)? Aber vermutlich gibt es das bereits auch schon irgendwo. Ich war schon seinerzeit überrascht, als Spot, der Macher der Cityghosts, in der 2. Ausgabe des Nordend Magazins davon sprach, daß es auch Cityghosts geben soll, die nicht von ihm stammen. Persönlich hoffe ich, daß das Ausnahmen bleiben- wenn man schon mehrere Minuten zu investiert um irgendein Werk in der Öffentlichkeit anzubringen, dann doch lieber mit etwas Eigenem- und wenn´s noch so schlecht ist- besser als eine „gelungene” Kopie. Meine Meinung. Denn mit dem Wissen über das vorhandensein eines Originals ist´s bei mir dann mit der Freude relativ schnell vorbei.
Vor längerer Zeit gab es auf der Hanauer Landstraße einige Stencils zum A-Team zu entdecken. Fand ich total cool, zumal ich diese Serie als Teenie auch gelegentlich geschaut habe. Cool war das aber nur solange, bis ich kurze Zeit später sah, daß ein A-Team-Film ins Kino kommt und mir klar wurde, daß das Werbung war und ich mir irgendwie verascht vorkam. Ist halt einfach so. Die Qualität des Werkes ist sicher nicht unbedeutend, die Idee dahinter aber eben auch nicht.
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