Ja? Nein? QR-Codes in Frankfurt zur Kienholz-Ausstellung “Die Zeichen der Zeit“ in der Schirn

Ich verzichte künftig gerne auf Mitbestimmung bei Kunst wenn einem im Gegenzug dafür eine so schlechte Guerillamarketingaktion erspart bleibt wie das was ich heute entlang der Berger Straße und dem Sandweg fast alle 20 Meter auf den Gehweg gesprüht gesehen habe: Ein QR-Code-Stencil der ganz schlechten Sorte. Immer in der selben Farbe, immer auf den Kopf, immer spiegelverkehrt , immer so schepp, daß alle denen ich über den Weg gelaufen bin, nicht lesbar waren und der Scan nicht funktionierte. Selbst daheim, am Rechner gedreht und gewendet bis zum Geht-nicht-mehr, bei mir hat nichts geklappt.

Bis ich das dann in Photoshop gepackt habe und zugegebenermaßen etwas mühselig „rekonstruiert” habe. Wenigstens hat es funktioniert und bestätigte dann auch final das, was ich bereits zuvor schon entdeckt hatte: Der gescannte QR-Code führt zur der Website  http://www.jajaneinnein.de/.  „Sind Sie mit Ihrer Regierung zufrieden?“ heißt es dann dort und nachdem man sich für ein „Ja“ oder „Nein“ entschieden und angeklickt hat bedanken sich die Künstler Ed und Nancy Kienholz für die Teilnahme, mit der man ein wenig auf deren Installation “The Ozymandias Parade“ einwirken kann, da das Ergebnis „Yes „ oder „No“ dem Werk integriert wird.

Das Werk als solches sieht auf den Fotos schon sehr stark aus und ganz sicher werde ich die Kunsthalle Schirn aufsuchen, wenn man sich ab dem 22. Oktober persönlich davon ein Bild machen kann. Ein Freiticket für diese Ausstellung erhält man übrigens, wenn man sich für den Newsletter der Schirn anmeldet. Eine ausführliche Präsentation und Beschreibung über die riesige Installation ist bereits hier beim Schirn Magazin nachzulesen.

   

Wer macht eigentlich den ganzen Rotz wann und auf wessen Kosten wieder weg oder bleibt der wie die ganzen in weiß und blau gesprühten Ausrufezeichen die in der City zur IAA den VW Up! promoteten für die Ewigkeit da? Ich gehöre ja zu der Fraktion die nicht mal was dagegen hat, wenn sich der Kommerz auch mal des öffentlichen Raumes annimmt, der sonst eigentlich von denen genutzt wird, um der Kommerzialisierung auch entgegenzuwirken, aber ein wenig mehr Mühe, Vielfalt & Grips darf es schon sein. So sieht es einfach nur shice aus. Das ist keine Kunst, das kann weg.

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Alle Fotos  by stadtkindFFM
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7 Antworten zu Ja? Nein? QR-Codes in Frankfurt zur Kienholz-Ausstellung “Die Zeichen der Zeit“ in der Schirn

  1. Nils Bremer schreibt:

    So sieht’s mal aus! Und bestimmt macht das der Regen weg – so in drei bis vier Wochen.

  2. Pingback: Street-Art und Kommerz

  3. Don schreibt:

    Mittlerweile wurden auch die ganzen QR-Codes am Main entfernt.

    Doch die scheinen ganz schon resistent gewesen zu sein…anstelle der Codes ist jetzt aufgekratzter Teer zu erkennen…

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